Seit den unwetterartigen Regengüssen und Stürmen, die das Pachtland unter Wasser setzten und Überdachungen wegrissen, ist nun einige Zeit vergangen. Die Beseitigung der angerichteten Schäden haben viel Kraft, Zeit und finanzielle Mittel verbraucht. Es kommen immer wieder kranke und bedürftige Bullen zu uns, die Hilfe benötigen.
Als wir an der Yamuna die auswärtigen Bullen fütterten, ist noch eine kleine Hündin zu uns gekommen. Vrajasevika hatte sie in der Yamuna gefunden und sie kam direkt auf sie zu geschwommen. Sie hatte nur drei funktionierende Beine, und die anderen Hunde in der Nähe haben sie angegriffen. Sie hat bei uns Zuflucht gesucht, also kam sie mit. Die Regenfälle ließen dann nach und das Land wurde zusehens trockener.
Mitte September bekamen wir von dem Landbesitzer des Pachtlandes Besuch. Er forderte uns auf, nun endlich das Pachtland zu räumen. Das gekaufte Grundstück in Rajasthan reicht nicht aus für die vielen Bullen, Kühe und Kälber, zudem fehlt es ebenfalls an der erforderlichen Infrastruktur, wie Gebäude, Überdachungen, Einzäunungen, Brunnen, Anschlüsse, ect.. Unsere Bemühungen, über Flyer unser Projekt in allen deutschsprachigen ISKCON-Zentren bekannt zu machen, brachte bisher nicht den erhofften Erfolg, einen finanzkräftigen Sponsor zu finden, der weitere 2ha Grünfläche für unser Projekt erwerben würde. Anfang Oktober kam es abermals zu einer Begegnung, in der er uns einen letzten Aufschub für ein halbes Jahr gewährte. Unsere Anstrengungen um Unterstützung und den Erhalt unseres Kuhfürsorgeprojektes verwaisten Bullen, Kälbern und Kühen eine Heimat zu geben, gehen weiter.
Es ist
November geworden und die Nächte werden merklich kühler. Wir haben größere Mengen an Reisstroh kommen lassen, sodass die Rinder ein warmes und trockenes Nachtlager haben.
In Vrindavan gehen die Kuhpocken um, eine Erkrankung, die bis vor Jahren hier noch unbekannt war. Für Kälber kann diese Krankheit tödlich sein. Auch einige unserer Bullen haben sich infiziert, wohl bei denen, die täglich zum Essen zu uns kommen. Wir behandeln sie sogut wir können.
Vor ca. 2,5 Monaten kam Arun, ein kleines Bullenkalb zu uns, der sich ebenfalls mit Kuhpocken angesteckt hatte. Nun hat er am 10. November seinen kleinen Körper verlassen.
Nachts wird es immer kühler und daher haben wir für die Überdachungen Planen angeschafft, mit denen wir deren Seitenwände einhausen, um die Rinder vor der Nachtkälte zu schützen. Auch Decken akzeptieren unsere Bullen und Kälber gern. Seit einiger Zeit beobachten wir, das vermehrt Hufenzündungen auftreten, deren Ursache nicht erkennbar ist. Wir behandeln ihre Hufe mit antiseptischen Lösungen und innerlich mit kolloidalem Silber.
Immer mehr Affen und Pfauen finden sich bei uns ein. Sie essen auch mit den Kühen mit..., die Pfauen essen das Mehl, die Affen stehlen Gud und Früchte...
Hunde kommen auch immer mehr. Sie schlafen in den Futtertrögen im Stroh und kommen dann zu uns um vegetarisches Hundefutter zu essen. So schwierig Nein zu sagen, wenn eine hungrige Seele kommt.
Zum Jahresende feierten wir Weihnachten- wie in England. Der Weihnachtsmann war sogar hier (einer der Schüler, die hier zum Studieren herkommen). Wir haben ein bißchen gesungen und Vrajasevika hatte den Kindern erzählt, wer Jesus war, und wer Santa Claus wirklich ist. Als Geschenke haben die Kinder ein paar Mandarinen und Tennisbälle bekommen.
Ein trauriges Ereignis gleich am ersten Tag des kalendarischen neuen Jahres: Narayan wurde heute morgen in der Stadt durch eine freiliegende Stromleitung auf der Straße getötet. Wir hatten heute eine Beerdigung und ein Abschiedskirtan für ihn zelebriert.